Werner Mikenda wurde am 15. September 1946 in Bad Ischl geboren. Er studierte Chemie an der Universität Wien und schloss sein Studium 1976 mit einer Dissertation bei Prof. Josef Derkosch auf dem Gebiet der Spektroskopie ab. Seine akademische Laufbahn begann er als Assistent am Institut für Organische Chemie der Universität Wien, wo er sich auch im Jänner 1987 mit einer Arbeit über "Spektroskopische Untersuchungen an Wasserstoffbrückenbindungen in Hydraten und Korrelation zwischen spektroskopischen und strukturellen Daten" für das Fach "Spektroskopie" habilitierte. Im April 1995 wurde ihm der Titel außerordentlicher Universitätsprofessor verliehen.
Er verfasste zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, sowohl in seinen Spezialgebieten Strukturchemie, Spektroskopie und Quantenchemie, aber auch in Kooperation mit Kollegen aus benachbarten Fächern, was seine vielfältigen wissenschaftlichen Interessen widerspiegelt. Besondere Aufmerksamkeit erlangten seine Arbeiten auf dem Gebiet der Wasserstoffbrücken; so ist die "Novak-Mikenda-Korrelation" bis heute ein wichtiger empirischer Befund zur Struktur in wasserstoffbrückengebundenen Festkörpern. Er war auch einer der ersten, der ab initio-basierte Molecular Dynamics Rechnungen auf einfache intramolekulare Wasserstoffbrückensysteme anwendete.
In der Lehre konzentrierte sich Werner Mikenda besonders auf die Spektroskopie: unzählige Generationen von Studierenden der Chemie erwarben ihre entsprechenden Kenntnisse in seinen Vorlesungen und Übungen.
Im Jahr 1994 wurde er zum Vorsitzenden der Studienkommission Chemie gewählt, eine Funktion, die er zehn Jahre lang innehatte, und die dann nahtlos in die Funktion eines Studienprogrammleiters für Chemie überging. Er war wesentlich verantwortlich für die Einführung des neuen Diplomstudienplans Chemie im Jahre 2002, der an das sogenannte "Würzburger Modell" der Gesellschaft Deutscher Chemiker angelehnt war, mit einem ersten Abschnitt von sechs Semestern als Grundstudium und einer möglichen Spezialisierung im zweiten Studienabschnitt. Aufgrund seines Weitblicks war damit in der Chemie vergleichsweise rasch und unkompliziert die Einführung der Bologna-Studienarchitektur ab Herbst 2006 möglich. Mit unermüdlichem Einsatz bemühte sich Werner Mikenda dabei um die Einbindung von Lehrenden und Studierenden der Chemie sowie auch benachbarter Fächer. So wurde unter seiner Leitung zunächst das geforderte Bachelor-Curriculum und im Jahr danach die beiden Master-Curricula Chemie und Biologische Chemie implementiert.
Viele Jahre, praktisch bis zu seinem Tod, war er erster Ansprechpartner für Studierende der Chemie in Sachen Lehre und hatte für deren Anliegen immer ein offenes Ohr. Auch seinen Kolleginnen und Kollegen unter den Lehrenden stand er stets kompetent, freundlich und hilfsbereit mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um die Organisation der Lehre ging. Obwohl er eigentlich seine Funktion als Studienprogrammleiter bereits abgeben wollte, wurde er von uns allen gedrängt, doch noch weiter zu machen.
Mit dem Tod von Werner Mikenda haben wir einen lieben und wertvollen Kollegen verloren. Er hat eine schwer zu füllende Lücke hinterlassen. Wir werden ihn vermissen.
Im Namen der Fakultät für Chemie
Die Verabschiedung findet am Freitag, 26. September 2008 um 13.00 Uhr, am Wiener Zentralfriedhof, Tor 2, Halle 1, statt.
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