Peter Kampits, Dekan der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft an der Universität Wien, wurde einstimmig zum Dekan der Klasse I (Geisteswissenschaften) der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (EASA) gewählt. Heute Freitag, 2. März 2007, hält er in einer Senatssitzung in Salzburg seine Antrittsrede. |
Durch die Förderung von Wissen, Zusammenarbeit und Toleranz einen Beitrag zur Zukunft und zur Einheit Europas zu leisten ? das ist das Ziel der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (EASA ? European Academy of Sciences and Arts). Sie wurde 1990 durch den Salzburger Herzchirurgen Felix Unger (derzeit auch Präsident der EASA), den Wiener Erzbischof Franz Kardinal König und den Politikwissenschafter und Philosophen Nikolaus Lobkowicz gegründet und hat ihren Sitz in Salzburg.
Die EASA ist in sieben Klassen (Geisteswissenschaft; Medizin; Künste; Naturwissenschaften; Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften; Technologie- und Umweltwissenschaften; Weltreligionen) unterteilt. Zum Dekan der Klasse I (Geisteswissenschaften) wurde im Winter O. Univ.-Prof. Dr. Peter Kampits gewählt. Die Funktionsperiode dauert drei Jahre und endet am 31. Dezember 2009. In der heutigen Senatssitzung hält Kampits, der seit 1993 Mitglied der EASA ist, seine Antrittsrede. Morgen Samstag, 3. März, werden in einem Festakt die neuen Mitglieder aufgenommen. Anschließend halten Udo Di Fabio (Richter des Bundesverfassungsgerichtshofes), Maximilan Fussl (Professor an der Universität Salzburg) und Andreas Burkert (Professor an der Ludwig-Maximilian-Universität in München) Vorträge unter dem Motto "Freiheit und Gleichheit zwischen Himmel und Erde".
Ethiker Peter Kampits
Peter Kampits wurde am 28. Juni 1942 in Wien geboren. Er studierte Philosophie, Psychologie und Geschichte an der Universität Wien, wo er 1965 promovierte. Nach einem Post-graduate-Studium an der Sorbonne wurde er 1968 Universitätsassistent am Philosophischen Institut der Universität Wien, wo er sich 1974 habilitierte und 1977 zum Universitätsprofessor für Philosophie ernannt wurde. Seit 2004 ist er ? nun in der zweiten Funktionsperiode ? Dekan der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft der Universität Wien. Kampits publizierte Bücher u.a. zu Gabriel Marcels, Jean Paul Sartre und Ludwig Wittgenstein. Seit den 1990er Jahren beschäftigt er sich verstärkt mit Fragen der (Medizin-)Ethik.
Neben seiner Tätigkeit an der Universität Wien war und ist Kampits in vielen Einrichtungen engagiert: So war er beispielsweise von 1988 bis 1995 Leiter der Wissenschaftlichen Landesakademie für Niederösterreich, 1988 bis 1990 Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Philosophie und 1986 bis 1992 Mitglied der Österreichischen UNESCO-Kommission. Derzeit ist er Leiter des Zentrums für Ethik in den Wissenschaften an der Niederösterreichischen Landesakademie (seit 1995), Leiter der Wiener Dokumentationsstelle für Ethik und Wissenschaft (seit 2000), Leiter der "Forschungsstelle für Ethik und Wissenschaft im Dialog" und Vorsitzender des Wiener Beirates für Bio- und Medizinethik (seit 2002).
Zahlreiche Vorträge führen ihn in viele nord- und südamerikanische und europäische Länder, Gastprofessuren hatte er u.a. in Alaska, Istanbul, in der Slowakei und in Cluj inne. (mh) |