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Der Kunsthistoriker Hellmut Lorenz wurde am 11. Juni 65 Jahre alt.


"Forschender Lehrer": Mit Studierenden realisiert er Publikationen. Fotos: Institut für Kunstgeschichte


Kunsthistoriker Hellmut Lorenz wurde 65
Jubiläen
Redaktion am 14. Juni 2007

Am 11. Juni 2007 feierte Univ.-Prof. Dr. Hellmut Lorenz, Professor am Institut für Kunstgeschichte, seinen 65. Geburtstag. Zu seinen Forschungsgebieten zählen mitteleuropäischer Barock, Adelskultur und Residenzenforschung.

Charakteristisch für Hellmut Lorenz ist die unvoreingenommene Betrachtung der Objekte in klassischer Tradition der "Wiener Schule der Kunstgeschichte", heißt es in einer Aussendung. Die historischen Rahmenbedingungen sind stets selbstverständlicher Teil seiner Überlegungen, und dies gilt auch für jene der Kunstgeschichtsschreibung. Hellmut Lorenz hat daher nicht nur das Klischee von "Zentrum" (Wien, Kaiser) und "Peripherie" (Provinzen, Adel) kritisch hinterfragt, sondern auch "Führerstil" und Staatsvertragspatriotismus der Barockforschung der 1940er und 1950er Jahre analysiert.

Lebenslauf

Hellmut Lorenz wurde am 11. Juni 1942 in Wien geboren. Er studierte an der Universität Wien Kunstgeschichte, Germanistik und Archäologie. 1972 promovierte er mit einer Arbeit über den Renaissancearchitekten Leon Battista Alberti. Noch im selben Jahr trat er eine Assistentenstelle bei Univ.-Prof. Dr. Renate Wagner-Rieger an.

Seine 1983 abgeschlossene Habilitationsschrift galt dem 1690 bis 1705 in Österreich, Tschechien sowie Deutschland tätigen italienischen Architekten Domenico Martinelli und wurde 1991 von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften publiziert. Diese Arbeit lenkte den Blick von Hellmut Lorenz auf den mitteleuropäischen Barock und Fragen des künstlerischen Austauschs - Themen, die Forschung und Lehre von Prof. Lorenz bis heute nachhaltig bestimmen.

"Forschender Lehrer"

Im Anschluss an eine Gastprofessur in Salzburg wurde Hellmut Lorenz 1985 an die Freie Universität Berlin berufen. Die hier einsetzende intensive Auseinandersetzung mit der Baukunst des 17. und 18. Jahrhunderts in Brandenburg fand in zahlreichen Publikationen ihren Niederschlag.
Doch nicht nur die Forschung, auch die Lehre war Lorenz wichtig. Bereits in Berlin hat Hellmut Lorenz als "forschender Lehrer" zusammen mit Studierenden Publikationen realisiert, wie etwa die Edition der "Zeichnungen und Notizen aus dem Reisetagebuch des Architekten Christoph Pitzler (1657-1707)".

Seit Oktober 1997 lehrt und forscht Hellmut Lorenz wieder in Wien. Adelskultur und Residenzenforschung im mitteleuropäischen Kontext gehören nach wie vor zu seinen wichtigsten Arbeitsgebieten. Einer größeren Öffentlichkeit wurde der Kunsthistoriker als Herausgeber des Bandes "Barock" in der Reihe "Geschichte der Bildenden Kunst in Österreich" (1999) bekannt.

Vom Studentenvertreter zum Institutsvorstand

Seit seiner Tätigkeit als erster Studentenvertreter des Instituts für Kunstgeschichte im Jahre 1968 engagierte sich Hellmut Lorenz immer wieder auch im Dienste seiner KollegInnen. Neben mehrfacher Tätigkeit als Institutsvorstand wirkte er mehrere Jahre als Vertreter der Universitäten auch im Österreichischen Kunsthistorikerverband mit Seit 1999 gehörte der Architekturhistoriker dem Österreichischen Denkmalbeirat an, gegenwärtig ist Hellmut Lorenz u.a. am Projekt zur Erforschung der Wiener Hofburg der Kommission für Kunstgeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beteiligt. (red)

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