Im fünften Wahlgang wurde Peter Schuster zum neuen Akademie-Präsidenten gewählt, teilte die ÖAW am Dienstag auf Anfrage der APA mit. Vizepräsident Herbert Matis wurde in seinem Amt bestätigt.
Herbert Mang war Präsident seit 2003
Herbert Mang war 2003 für eine dreijährige Amtsperiode als Nachfolger des langjährigen ÖAW-Chefs Werner Welzig, Professor am Institut für Germanistik der Universität Wien, gewählt worden. Bereits damals kandidierte auch Schuster, unterlag allerdings. Für eine zweite Amtsperiode benötigte Mang nun laut Wahlordnung zwei Drittel der Stimmen, Schuster reichte eine einfache Mehrheit. Schuster wurde von einem akademieinternen Wahlkomitee als Kandidat vorgeschlagen. Bei der Wahl war jedes wirkliche ÖAW-Mitglied wählbar.
Dem neuen Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Peter Schuster (65), kann man einen Hang zur Elite nicht absprechen: 1967 wurde er sub auspiciis praesidentis promoviert, absolvierte seine Post-doc-Jahre beim späteren Nobelpreisträger Manfred Eigen, er ist als Träger des Österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst, Mitglied der gleichnamigen Kurie und hat zuletzt gemeinsam mit dem Physiker Anton Zeilinger das Elite-Uni-Konzept ausgearbeitet, bis die umstrittene Standortentscheidung durch die Politik zum Rücktritt der Experten geführt hat.
Lebenslauf
Peter Schuster, am 7. März 1941 in Wien geboren, studierte Chemie an der Universität Wien und wurde 1967 sub auspiciis praesidentis promoviert. Es folgten Forschungsjahre am Max-Planck-Institut für Physikalische Chemie in Göttingen (Deutschland), wo er mit dem damals frischgebackenen Chemie-Nobelpreisträger Manfred Eigen zusammenarbeitete.
Der Wissenschafter ist Spezialist für die Berechnungen von Molekularstrukturen. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte liegt in der mathematischen Modellierung von Selektions- und Evolutionsstrategien in Populationen von Viren und Mikroorganismen. Seine Beiträge zur Theorie der Wasserstoff-Bindungen brachten ihm 1973 den Ruf für das Ordinariat für Theoretische Chemie an der Universität Wien ein. Von 1992 bis 1995 war Schuster Gründungsdirektor des Instituts für Molekularbiologie in Jena, eines so genannten "Blaue-Liste-Instituts", das in den neuen deutschen Bundesländern mit starker staatlicher Unterstützung arbeitete. Derzeit ist er Vorstand des Instituts für Theoretische Chemie.
Auszeichnungen
1993 erhielt Schuster das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. Er ist damit Mitglied der 18 der renommiertesten heimischen Wissenschafter umfassenden Österreichischen Kurie für Wissenschaft. 1995 wurde er für seine molekularbiologischen Verfahren zur Gestaltung neuer Bio-Werkstoffe und Enzyme mit dem deutschen Philip-Morris-Forschungspreis ausgezeichnet. In der Akademie der Wissenschaften, deren wirkliches Mitglied er seit 1992 ist, war Schuster von 2000 bis 2003 Vizepräsident. Seit 1991 ist er externes Fakultätsmitglied des Santa Fe Instituts (US-Bundesstaat New Mexico), seit 2001 Mitglied des Präsidiums der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. (APA) Präsidenten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) seit 1945:
- Ernst Späth 1945-46 - Heinrich Ficker 1946-51 - Richard Meister 1951-63 - Erich Schmid 1963-69 - Albin Lesky 1969-70 - Erich Schmid 1970-73 - Herbert Hunger 1973-82 - Erwin Plöckinger 1982-85 - Hans Tuppy 1985-87 - Otto Hittmair 1987-91 - Werner Welzig 1991-2003 - Herbert Mang 2003-06 - Peter Schuster 2006- (APA) |
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