Am Dienstag, 22. Juni 2010, wurden die Christian-Doppler-Preise 2009 für wissenschaftliche und technische Leistungen sowie Erfindungen im Haus der Natur in Salzburg vergeben. Den Preis in der Sparte Chemie, Mathematik und Physik erhielt der Quantenphysiker Rupert Ursin von der Fakultät für Physik für seine Arbeiten zur Quantenkommunikation: Dabei wurde ein Quantenzustand über 600 Meter von einer Seite der Donau zur anderen übertragen. |
Der Christian-Doppler-Preis wird seit 1972 alle zwei Jahre von der Salzburger Landesregierung für wissenschaftliche und technische Leistungen und Erfindungen ausgeschrieben. Der Preis ist mit insgesamt mit 12.500 Euro dotiert und wird auf fünf Sparten verteilt: Anwendung des Doppler-Prinzips, Technische Wissenschaften einschließlich Umweltschutz, Chemie, Mathematik und Physik, Geowissenschaften und Biowissenschaften.
Neben Rupert Ursin vom Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI), der heuer den Preis der Sparte Chemie, Mathematik und Physik für seine Arbeiten zur Quantenkommunikation erhielt, wurden Christian Maurer (Technische Wissenschaften einschl. Umweltschutz), Alexandra Tieber (Geowissenschaften) und Melanie I. Stefan (Biowissenschaften) ausgezeichnet. Nachdem in der Sparte 1 (Doppler-Effekt) keine Arbeiten eingereicht wurden, gingen hier zwei Förderpreise an Thomas Eichberger und Sandra Scheiblhofer.
Persönliche und berufliche Karriere fördern
"Dieser Preis ist eine Auszeichnung meines Heimatlandes. Die Übergabe fand sehr stilvoll im Haus der Natur in der Weltraumausstellung statt", freut sich der gebürtige Salzburger Rupert Ursin, dem es gelungen ist, einen Quantenzustand über 600 Meter von einer Seite der Donau zur anderen zu übertragen: "Mit Hilfe der ESA wollen wir die Quantenkommunikation als nächstes weiter ausdehnen."
Überreicht wurden die Auszeichnungen von Wissenschaftsreferentin und Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. Ihr zufolge ist es ein Ziel des Landes Salzburg, die Kooperation mit der nationalen und internationalen Forschung zu fördern, den Wissenstransfer zu Unternehmen zu stärken und die soziale und kulturelle Lebensqualität in Einklang mit dem wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt zu gestalten. Mit dem Christian-Doppler-Preis setze Salzburg zudem ein würdiges Denkmal für das Leben und Wirken des weltberühmten Physikers: "Der Preis soll die persönliche und berufliche Karriere der Preisträgerinnen und Preisträger fördern und hilft, die Forscherinnen und Forscher in der Öffentlichkeit bekannt zu machen", so Burgstaller bei der Preisverleihung.
Rupert Ursin
Rupert Ursin (geb. 1973 in Salzburg) ist seit 2009 Senior Scientist am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der ÖAW, an dem die Universität Wien und die Universität Innsbruck beteiligt sind. Von 2006 bis 2009 war er Research Fellow an der Fakultät für Physik der Universität Wien, davor arbeitete er als Post Doc im Forschungsteam von Anton Zeilinger, der auch Ursins 2006 erfolgreich abgeschlossene Dissertation zum Thema "Quantenteleportation über lange Distanzen" betreut hat.
Der Quantenphysiker hatte mehrere wissenschaftliche Forschungsstellen inne, u.a. bei der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN) in der Schweiz. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf Quantenkommunikation und Quanteninformationstechnologien sowie Quantenteleportation. Er hat mehr als 25 Artikel in renommierten Fachjournalen wie "Science" und "Nature" publiziert und war in zahlreichen internationalen Kooperationsprojekten in Deutschland, Italien, Spanien, den USA und Japan experimentell tätig. (br)
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