"Ich möchte die tschechischen KollegInnen bestmöglich unterstützen", ist das Ziel des Slawisten Stefan-Michael Newerkla in seiner neuen Position als Mitglied der Tschechischen Akademie der Wissenschaften. Diese Funktion, die zum ersten Mal von einem Österreicher bekleidet wird, ermöglicht es ihm, die Forschungspolitik unseres Nachbarlands aktiv mitzugestalten. Neben Newerkla wurden im April 2010 noch weitere 31 WissenschafterInnen als Mitglieder der Akademischen Versammlung bestimmt.
Schnittstelle zwischen Forschung und Politik
Die tschechische Akademie der Wissenschaften beschäftigt sich, ähnlich wie ihr österreichisches Pendant, mit Grundlagen- und Anwendungsforschung. Zusammengesetzt aus VertreterInnen der Wirtschaft sowie tschechischen und internationalen WissenschafterInnen, bildet sie die Schnittstelle zwischen Forschung, Politik und Wirtschaft des Landes.
Alle Organe der Tschechischen Akademie der Wissenschaften werden seit 1992 jeweils für eine Zeitdauer von vier Jahren gewählt. Eine unabhängige Aufsichtskommission überwacht und bewertet die Ergebnisse und Vorhaben der Akademie. Newerkla wurde in die "Kategorie b" gewählt, die "bedeutende einheimische und ausländische Gelehrte" umfasst. "Hier aufgenommen zu werden, ist für mich eine besondere Freude, da diese ehrenvolle Aufgabe bislang nur wenigen nicht-tschechischen Gelehrten übertragen wurde", so Newerkla: "Durch ausländische WissenschafterInnen erhoffen sich die tschechischen KollegInnen neue interessante Ideen und Zugänge." In die "Kategorie a" werden VertreterInnen der Industrie, des Handels und der Banken aufgenommen.
Erfahrung in Forschung, Lehre und Universitätspolitik
Ausschlaggebend für seine Ernennung zum Akademiemitglied dürften, so Newerkla, mehrere Punkte gewesen sein: "Vor allem meine tschechischen Sprachkenntnisse und meine Erfahrungen in Forschung und Lehre an der Universität Wien haben hier wohl eine große Rolle gespielt." Letztere möchte er auch in seine neue Tätigkeit als Akademiemitglied einfließen lassen. "Zudem ist es mir besonders wichtig, die Geisteswissenschaften mit starker Stimme zu vertreten."
Stefan-Michael Nerwerkla ist seit März 2004 Professor für Westslawische Sprachwissenschaft am Institut für Slawistik der Universität Wien. Die regionalen Schwerpunkte in Forschung und Lehre des gebürtigen Niederösterreichers, der sich selbst als Bohemisten bezeichnet, liegen in Tschechien und der Slowakei. Newerkla ist auch in Wien universitätspolitisch tätig: Seit 2009 ist er Mitglied des Senats der Universität Wien. (pp)
Univ.-Prof. Mag. Dr. Stefan-Michael Newerkla ist Professor für Westslawische Sprachwissenschaft am Institut für Slawistik der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät.
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