Verstärkte Serviceorientierung, Öffnung der Informationspolitik und Aufbau einer eigenen IT-Strategie: Mit diesen Zielvorgaben ist Ulf Busch, frisch bestellter Leiter des Zentralen Informatikdienstes (ZID) der Universität Wien, am 1. Juni 2010 in sein neues Amt gestartet. Er löst damit einen der größten IT-Heads in Österreich ab, Peter Rastl, der nach 40 Jahren seinen verdienten Ruhestand antritt. |
Der Zentrale Informatikdienst der Universität Wien beschäftigt über 200 MitarbeiterInnen und erfüllt die enorm wichtige Aufgabe, alle Bereiche und Angehörige der größten Lehr- und Forschungseinrichtung Österreichs mit Informations- und Kommunikationstechnologie-Infrastruktur zu versorgen. Zusätzlich zu den Services für die Universität Wien betreibt der ZID auch einige außeruniversitäre Projekte, die der gesamten Internet-Infrastruktur in Österreich zugutekommen - wie etwa das Wissenschaftsnetz ACOnet und die Peering-Infrastruktur Vienna Internet eXchange.
"Ich freue mich sehr, diese spannende und herausfordernde Aufgabe als neuer Chief Information Officer des ZID übernehmen zu dürfen und ein weiteres Kapitel der IT-Geschichte der Universität Wien aufzuschlagen", so Busch über seine neue Tätigkeit. Der gebürtige Deutsche, der bereits seit März 2010 beim ZID beschäftigt ist, sei von den Wiener KollegInnen sehr freundlich und zuvorkommend empfangen worden.
"Habe IT von der Pike auf gelernt"
Dass Busch nun an die Spitze des ZID wechselt, ist seiner umfassenden Erfahrung und Kompetenz im IKT-Bereich zu verdanken. "Nach meinem Studium des Maschinenbaus habe ich mich seit dem Beginn meines Berufslebens der IT verschrieben und alle wichtigen Stationen von der Pike auf gelernt", fasst er seinen bisherigen Werdegang zusammen. Von der Tätigkeit als Programmierer über die Einführung von Software bis zur Leitung großer IT-Strukturen sei dabei alles vertreten gewesen.
Heute verfügt Busch, der sich neben Computern auch für Flug- und Motorradsport begeistert, über ausgeprägte Kenntnisse in den Bereichen Supply Chain Management, Produktions- und Prozess-Industrie, sowie im Management internationaler IT-Projekte und in der Umsetzung von Change-Management-Projekten. "Ich verstehe die Hintergründe und kenne die Tricks", betont der ZID-CIO, der in Fachkreisen als ausgewiesener SAP-Experte gilt.
Von der Industrie …
Nach einer Tätigkeit als Programmierer für Produktions-Planungs-Systeme konzipierte Busch schon bald für die Baan BV International Enterprise sogenannte Resource Planning-Systeme und setzte diese auch um. Sein Werdegang führte ihn von PricewaterhouseCoopers, wo er sich mit der Implementierung von SAP-Systemen beschäftigte, über die Viterra Energy Services AG, bei der er als CIO und Geschäftsführer des International Shared Service Centre für die IT in insgesamt 27 Ländern zuständig war, zur OMV AG.
Dort zeichnete Busch in gleicher Position für die strategische und operative IT verantwortlich. "Meine letzte Station vor der Universität Wien befand sich in Zürich, wo ich bei SR Technics ebenfalls als CIO fungierte", beschließt er seinen Karriererückblick.
… an die Universität
Das universitäre Umfeld hat Busch bereits zu schätzen gelernt: "Es war für mich sehr aufregend zu sehen, wo genau die Unterschiede zwischen Industrieunternehmen und einer Universität liegen. Ich habe den Eindruck, dass der Mensch hier wesentlich stärker im Vordergrund steht als in der Industrie, wo häufig ausschließlich an Budgets gedacht wird."
Ehrgeizige Ziele
Für seine neue Position als CIO des ZID hat sich Busch einiges vorgenommen: "Ein wesentliches Ziel, das ich mir gesetzt habe, ist es, die Serviceorientierung des ZID noch deutlicher hervorzustreichen und noch kundenorientierter zu agieren, als dies ohnehin schon der Fall ist." Besonders wichtig ist es dem zweifachen Vater, das Teamgefühl der MitarbeiterInnen weiter zu stärken, das es unbedingt brauche, um "gemeinsam in die gleiche Richtung gehen zu können".
Als "sehr wichtiges Anliegen" sieht Busch auch die Öffnung der eigenen Informationspolitik. So soll der Informationsfluss an alle MitarbeiterInnen ausgebaut werden. "Sie sollen die Möglichkeit haben, einen Einblick in die Abläufe zu bekommen. Wer sich dann tiefergehend für etwas interessiert, ist zur Mitarbeit herzlich eingeladen", merkt Busch an.
Aber nicht nur beim Informationsfluss nach innen, sondern auch nach außen sieht er Veränderungsbedarf. "Es muss klar sein, womit sich die IT beschäftigt und in welche Richtung sie gehen will. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir eine eigene IT-Strategie für die Universität Wien aufbauen und verbreiten", kündigt Busch an. (ms)
Dipl.-Ing. (FH) Ulf Busch, MSc ist seit 1. Juni 2010 CIO des Zentralen Informatikdienstes der Universität Wien. |