Johann Jurenitsch wurde am 25. September 1947 in Wien geboren. Von 1966 bis 1972 studierte er Pharmazie an der Universität Wien - ausschlaggebend für die Studienwahl war die Apotheke seiner Schwester und seines Schwagers in Zwettl, wo er während der Sommerferien aushelfen durfte. 1976 promovierte er in den Fächern Pharmakognosie und Analytische Chemie (Titel der Dissertation: "Chemotaxonomische Untersuchungen verschiedener Arten des Genus Capsicum"). Schon seit 1972 war Jurenitsch an der Universität Wien angestellt, zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft und Vertragsassistent, später als Universitätsassistent am Institut für Pharmakognosie. 1983 habilitiert er sich für das Fach Pharmakognosie an der damaligen Formal- und Naturwissenschaftlichen Fakutltät, 1984 erhielt er den HERBA-Preis.
1990 wurde ihm der Titel Außerordentlicher Universitätsprofessor verliehen, im Oktober 1991 wurde er zum Universitätsprofessor am Institut für Pharmakognosie ernannt. Eine Gastprofessur führte ihn in den Wintersemestern 1992/93 und 1993/94 ans Institut für Organische Chemie der Universität Ulm. Seit 1976 betreute Jurenitsch rund 120 DiplomandInnen und 25 DissertantInnen.
Forschung
Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Isolierung, Strukturaufklärung, Analytik und Wirksamkeitsnachweis von Triterpensaponinen, Proazulenen und Oligosacchariden mit potentiell immunstimulierenden, entzündungshemmenden und/oder antibakterieller Aktivität. Vor seiner Zeit als Vizerektor leitete er eine Reihe von interuniversitären Projekten über die Wirkstoffe von Arzneidrogen und Heilnahrungsmittel und war als Gutachter für verschiedene wissenschaftliche Fachzeitschriften tätig. Von 2000 bis 2005 war er Präsident der Österreichischen Pharmazeutischen Gesellschaft.
Seit Jahren unterhält Jurenitsch zudem gute Beziehungen zur Mongolei, im Sommer 2005 wurde er zum Ehrenprofessor an der Health Sciences University of Mongolia ernannt.
Teil des Rektorenteams
Seine Karriere als Wissenschafter nahm eine Wendung, als ihn Georg Winckler 1998 fragte, ob er in seinem Team als Vizerektor für Forschung und Ressourcen kandidieren würde. Zu dieser Zeit war Jurenitsch in verschiedenen Kommissionen der Formal- und Naturwissenschaftlichen Fakultät tätig, in den 1980er Jahren war er Sprecher der Mittelbaukurie an dieser Fakultät. Besonders verdient gemacht hatte er sich beim Bau des Pharmaziezentrums in der Althanstraße (von 1986 bis 1994), wo er die Anliegen der späteren Nutzer gegenüber den Architekten vertreten hatte - eine Aufgabe, die ihm durch seine Ehefrau, eine Architektin, vertraut war.
Seit 1. Jänner 2000 ist Johann Jurenitsch also Vizerektor an der Universität Wien, in der zweiten Funktionsperiode (ab 1.10.2003) zuständig für die Bereiche Ressourcen und Bibliothekswesen. Nun, in der dritten Amtsperiode ab 1.10.2007, wird sein Vizerektorat "Infrastruktur" heißen; zu den vorherigen Zuständigkeiten kommt noch der Bereich des in Pension gehenden Vizerektors Günther Vinek hinzu, die gesamte IT und das Informationsmanagement der Universität Wien.
Projekte
Zu den größten Projekten in den letzten Jahren zählten die Umgestaltung der Aula und des Arkadenhofes sowie die Renovierung des Audimax' (2005 und 2006). Einige Ziele in den nächsten vier Jahren sind laut Jurenitsch die weitere Konzentration und Reduktion der Standorte der Universität Wien (von früher 70 auf derzeit rund 50 Standorte), die Erweiterung der Universitätsbibliothek und die flächendeckende WLAN-Versorgung. (mh) |