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Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät
Wittgenstein-Preis der Forschungsgemeinschaft an Ernst Steinkellner
Auszeichnungen
Redaktion am 15. Juli 2008

Der Ludwig-Wittgenstein-Preis 2008 der Österreichischen Forschungsgemeinschaft geht an den Gründer und langjährigen Leiter des Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde der Universität Wien, Ernst Steinkellner (70). Die Auszeichnung – nicht zu verwechseln mit dem vom Wissenschaftsministerium vergebenen Wittgenstein-Preis – wird höchstens einmal im Jahr für die hervorragende Leistung einer Persönlichkeit oder ein hervorragendes Werk auf wissenschaftlichem Gebiet vergeben. Die Preisverleihung findet am 11. Oktober 2008 in Wien statt.

Emer. O. Univ.-Prof. Dr. Ernst Steinkellner, geboren am 3. Oktober 1937 in Graz, studierte zunächst in seiner Heimatstadt Germanistik und Anglistik, wechselte dann aber Fach und Universität und promovierte 1963 in Wien in Indologie. Nach seiner Habilitation 1967 begann er ab 1971 an der University of Pennsylvania (USA) zu lehren. 1973 wurde er an die Universität Wien berufen und gründete das Institut für Tibetologie und Buddhismuskunde, dem er bis 2000 vorstand und auch nach der Zusammenlegung zum Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde bis zu seiner Emeritierung 2006 angehörte.

Tibetische Handschriftenschätze


1977 gründete Steinkellner die Monografienreihe Wiener Studien zur Tibetologie und Buddhismuskunde, die heute 70 Bände umfasst. Das wirkliche Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) leitete zwischen 1998 und 2006 das ÖAW-Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens. 1991 leitete er eine österreichisch-italienische Expedition zum 1.000 Jahre alten Kloster von Tabo im indischen Himalaya und initiierte die Erschließung seiner tibetischen Handschriftenschätze.

Seit 1993 leitet und organisiert er die Zusammenarbeit österreichischer Tibetologen und Sozialanthropologen mit der Tibetischen Akademie für Sozialwissenschaften in Lhasa, und seit 2003 auch die Kooperation mit dem Chinesischen Tibetforschungszentrum in Peking. Durch einen Vertrag zwischen ÖAW und dem chinesischen Tibetforschungsinstitut konnte Steinkellner erstmals Zugang zu rund 4.000 Sanskrit-Handschriften in Tibet erhalten, deren Erschließung eine neue Ära in der Erforschung des indischen Buddhismus bedeuten. (APA)

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