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Wolfgang Kautek


Institut für Physikalische Chemie
Lebenslauf und Forschungstätigkeit von Wolfgang Kautek   Kurzversion seiner Antrittsvorlesung (28. April 2005):
Ultrakurze Laser-Pulse zwischen Nanotechnologie, Life Science und Kunst
Wolfgang Kautek: Auf den Punkt gebracht
Forschungsprojekte, Porträts Neo-Professuren
Roland Dreger (Redaktion) am 25. April 2005

Seit September 2004 ist Wolfgang Kautek Professor am Institut für Physikalische Chemie der Universität Wien und seit kurzem dessen Vorstand. Sein Spezialgebiet ist die Anwendung ultrakurzer Laserpulse. Eine Technologie, die RestauratorInnen und die Autoindustrie ebenso hoch interessant finden wie Menschen mit Zahnarztphobie.

Zu Beginn wollte eigentlich niemand so richtig an deren Anwendbarkeit glauben. Femtosekunden-Pulslaser? Zu exotisch! "Als wir vor 15 Jahren mit einer kleinen Gruppe an Forschern begonnen haben, hat man die Nase gerümpft, uns sogar ein wenig belächelt", erinnert sich Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Kautek an die ersten Versuche, den Femtosekunden-Laser in die Anwendung zu bringen. "Inzwischen wird die Technologie nicht mehr hinterfragt." Allein in Europa werden mehrstellige Millionenbeträge in deren Weiterentwicklung investiert. Weniger Wärme, weniger Schmerzen Der Vorteil von Femto-Lasern gegenüber normalen Lasern liegt in den extrem kurzen Lichtimpulsen. Eine Femtosekunde beschreibt den billiardsten Teil einer Sekunde. "Die Schädigung des Materials wird dadurch auf ein Minimum reduziert", erklärt Kautek. Und das bringt Vorteile ? egal, ob man Löcher in Stahl oder in Zähne bohren will. Durch die geringere Wärmeentwicklung und die verminderten Vibrationen können bei der Zahnbehandlung die Schmerzen deutlich reduziert werden. Und auch in der Neurochirurgie denkt man bereits an einen Einsatz. Die Autoindustrie ist vor allem an den Vorteilen bei der Herstellung von Kraftstoff sparenden Einspritzdüsen interessiert. Mit Femto-Lasern zu Nanostrukturen  An der Universität Wien will Kautek die Femto-Laser-Technologie in den nächsten Jahren "auf den Punkt bringen". Eine Kombination von speziellen Mikroskopen aus der Nanotechnologie und den Femto-Lasern soll die Lichtimpulse in Zukunft auf molekularem Niveau präzise an ihr Ziel bringen. Derzeit arbeitet nicht einmal eine Handvoll Forschungsgruppen weltweit an einer Verbindung dieser beiden Verfahren. "Wir möchten dies zusätzlich noch mit einer elektrochemischen Manipulation von Grenzflächen verbinden", konkretisiert der Forscher, "das wurde bisher so noch nicht versucht. Und ich glaube, der Versuch ist es Wert." Möglich wäre dadurch unter anderem der Aufbau diverser Nanostrukturen auf Oberflächen und nicht zuletzt das Manipulieren von Biomolekülen. Beste Voraussetzungen in Wien   Die Voraussetzungen für ein Gelingen sieht Kautek hier in Wien mehr als nur gegeben, unter anderem durch die international anerkannte Tradition der Elektrochemie an der Universität Wien. Und erfolgreiche Kooperationen zu Forschungsgruppen auf dem Gebiet der Life Science und Lasertechnologie in Österreich und speziell in Wien pflegt er bereits seit vielen Jahren, wie er betont. Die weltweit erste Bearbeitung einer menschlichen Augenhornhaut mit Femtosekunden-Laser-Technologie gelang etwa vor 15 Jahren in Kooperation mit österreichischen MedizinerInnen. Und seit mittlerweile zehn Jahren besteht auch eine Zusammenarbeit zu einer Arbeitsgruppe am Institut für Photonik der TU Wien, die zu den Pionieren der weltweit kürzesten Lichtimpulse (Stichwort Femto- und Attosekunden) zählt, und zum Zentrum für Nanobiotechnologie an der Universität für Bodenkultur Wien. Kautek rät zur Eigeninitiative 1976 hat Kautek das Diplomstudium der Technischen Chemie an der TU Wien abgeschlossen. Dass es die Chemie werden sollte, war für den gebürtigen Wiener allerdings nicht immer klar: "Im Maturajahr war ich noch ein Generalist. Mich hat vieles interessiert." Eine Strichliste und von ihm gesuchte persönliche Gespräche mit ProfessorInnen haben schließlich zur Entscheidungsfindung beigetragen, wie er erzählt. "Die Transparenz, die mir in der Chemie dargebracht wurde, hat mich damals beeindruckt." Und selbst initiativ zu werden, rät er auch den jungen Menschen vor der Berufswahl und vor allem seinen StudentInnen im späteren Berufsleben. Kommunikation nach innen und außen Eigeninitiative, Motivation und verständliches Kommunizieren der eigenen Tätigkeit gehören zu den wichtigsten Eigenschaften eines/r NaturwissenschafterIn, ist Kautek überzeugt ? sowohl an der Universität als auch in der Wirtschaft. "Man muss anderen auch klarlegen können, was man eigentlich tut ? sei es dem eigenen Chef, Entscheidungsträgern im öffentlichen Leben oder dem Steuerzahler gegenüber." Und er weiß, wovon er spricht. Neben seiner Lehrtätigkeit an Universitäten in den USA, Kanada und Deutschland war Kautek in den Forschungslabors von Siemens und IBM tätig. Die letzten 15 Jahre leitete er das Laboratorium für Dünnschichttechnologien der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin. Sauberes Pergament durch Lasertechnik Interdisziplinäre Interessen sind Kautek aber seit der Matura geblieben: "Ich habe immer gerne über die Grenzen geschaut." Ein höchst erfolgreicher Grenzgang ist ihm mit der Kunst gelungen. Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet der Chemiker an der Reinigung von mittelalterlichen Handschriften und alten Papieren mittels Lasertechnik. Im Zuge einiger europaweiter Projekte fand er dazu auch kompetente Projektpartner in Österreich ? darunter das Österreichische Staatsarchiv und das Bundesdenkmalamt. Weshalb sich Kautek auch ganz besonders freut, dass dieses Jahr zum ersten Mal der "International Congress on Lasers in the Conservation of Artworks (LACONA VI)" auf sein Betreiben in Wien stattfindet. (ro) Die Antrittsvorlesung von Prof. Wolfgang Kautek mit dem Titel "Ultrakurze Laser-Pulse zwischen Nanotechnologie, Life Science und Kunst" findet am Donnerstag, 28. April 2005 um 17 Uhr im Kleinen Festsaal der Universität Wien statt.  

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