Logo der Uni Wien
Logo der Uni Wien

Archiv der Online-Zeitung

Archiv der Online-Zeitung der Universität Wien
  •   Home
  •   Forschung
  •   Wissenschaft &     Gesellschaft
  •   Studium & Lehre
  •   Professuren
  •   Personalia
    • Auszeichnungen
    • Köpfe & Karriere
    • Jubiläen
    • Emeritierung & Pensionierung
    • Nachrufe
    • Dekane 2010-2012
    • Dekane 2008-2010
    • Dekane 2006-2008
  •   Service
  •   Dossiers
  •   UniBlicke

Die Immunbiologin Nina Gratz …


… und die Verhaltensbiologin Cornelia Schrauf erhalten das hochdotierte Stipendium "For Women in Science".


Einladung "For Women in Science" Stipendienverleihung (PDF) Department für Verhaltensbiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften Department für Mikrobiologie, Immunbiologie und Genetik des Zentrums für Molekulare Biologie Weitere Informationen zu den Preisträgerinnen und ihren Projekten (PDF) L'ORÉAL Österreich Stipendium "For Women in Science"

Lesen Sie auch: Artikel "Wenn Menschenaffen Gewichte heben"
Zwei "For Women in Science"-Stipendien für die Universität Wien
Auszeichnungen
Daniela Hermetinger (Redaktion) am  1. Oktober 2010

Am Dienstag, 5. Oktober 2010, werden zwei Wissenschafterinnen der Universität Wien mit dem L'ORÉAL Österreich-Stipendium "For Women in Science" ausgezeichnet: Nina Gratz vom Department für Mikrobiologie, Immunbiologie und Genetik und Cornelia Schrauf vom Department für Verhaltensbiologie erhalten den hochdotierten Preis. Mit dem Stipendium werden wissenschaftliche Karrieren junger Frauen mit ausgezeichneten Studienerfolgen gefördert.

Bereits zum vierten Mal erhalten junge Grundlagenforscherinnen die L'ORÉAL Österreich-Stipendien "For Women in Science" verliehen. Neben der Immunbiologin Nina Gratz und der Verhaltensbiologin Cornelia Schrauf waren heuer die Biophysikerin Martina Rangl von der Universität Linz sowie die Immunpharmakologin Petra Luschnig von der Medizinischen Universität Graz erfolgreich. Die geförderten Projekte beschäftigen sich mit Fragen der Immunabwehr, Entstehung von Allergien, Vorgängen am Zellkern sowie dem Einfluss von Sexualhormonen bei Primaten.

Förderprogramm für exzellente Wissenschafterinnen

Die L’ORÉAL Österreich-Stipendien werden in Kooperation mit der Österreichischen UNESCO Kommission und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vergeben und seit der Einführung im Jahr 2007 finanziell vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung durch Verdoppelung aus den Mitteln von fFORTE unterstützt. Die Auswahl der Bewerberinnen erfolgt über eine mathematisch-naturwissenschaftliche Jury bestehend aus ProfessorInnen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Für das Begutachtungsverfahren werden ExpertInnen aus dem Ausland beigezogen.

Die weltweite Partnerschaft "For Women in Science" wurde 1998 von L’ORÉAL und UNESCO ins Leben gerufen, um exzellente Frauen in der Forschung zu würdigen und auf ihre Beiträge hinzuweisen. Darüber hinaus will "For Women in Science" öffentlich auf das weibliche Potenzial in der Forschung hinweisen und Rollenvorbilder schaffen. Durch die kontinuierliche Berichterstattung über Top-Forscherinnen entsteht im gesellschaftlichen Bewusstsein ein neues Bild der Forschung, das immer stärker weiblich geprägt ist. Gefördert werden Grundlagenforscherinnen in den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften oder Mathematik.

Die Preisträgerinnen Nina Gratz …

Im Juli 2010 promovierte Nina Gratz am Department für Mikrobiologie, Immunbiologie und Genetik und ist seitdem als Postdoc an den Max F. Perutz Laboratories, einem Joint Venture der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien, tätig. In ihrem Forschungsprojekt befasst sie sich die 29-jährige Wissenschafterin mit der Reaktion des angeborenen Immunsystems auf das Bakterium Streptococcus pyogenes. Das Bakterium verursacht beim Menschen eine Vielzahl von Erkrankungen wie Scharlach, Wundinfektionen, Mandel-/Rachen-Entzündungen, septischen Schock oder - als Spätfolge - rheumatisches Fieber oder Nierenerkrankungen.

Dringt ein Krankheitserreger in den Körper ein, werden die sogenannten Fresszellen (Makrophagen) des angeborenen Immunsystems aktiv. Damit eine Immunreaktion ausgelöst werden kann, müssen jedoch spezielle Rezeptormoleküle der Fresszellen den Eindringling auch tatsächlich erkennen. Die Toll-like Rezeptoren (TLRs) sind die am besten erforschte Familie unter diesen Rezeptoren. Beinahe jedes Pathogen wird von mindestens einem dieser Rezeptoren erkannt. Die junge Forscherin konnte zeigen, dass die Erkennung von Streptococcus pyogenes durch Makrophagen jedoch nicht wie erwartet über diese Standard-Rezeptoren erfolgt. Weiters konnte sie nachweisen, dass das Zusammentreffen von Makrophagen und dem Bakterium zur Produktion von Typ I Interferonen - immunstimulierenden Proteinen - führt.
Ziel ihres Projekts ist die Erforschung der molekularen Mechanismen dieser Interferon-Induktion und des noch nicht bekannten Rezeptormoleküls, das für die Interferon-Produktion verantwortlich ist. Das Verständnis dieser Mechanismen hat großes klinisches und therapeutisches Potential.

… und Cornelia Schrauf

Die Dissertation der 32-jährigen Verhaltensbiologin entstand am Department für Kognitionsbiologie in Kooperation mit dem Max Planck-Institut für Evolutionäre Anthrophologie in Leipzig. In ihrer Forschung widmet sich Cornelia Schrauf dem Einfluss von Sexualhormonen auf das ökonomische Verhalten bei Schimpansen. Wie trifft ein Schimpanse eine Entscheidung? Sind sie rational begründet und zielen darauf ab, den eigenen Gewinn und Nutzen zu maximieren oder wird das Verhalten von biologischen Faktoren - wie etwa Hormonen - beeinflusst?

Diesen Fragestellungen nähert sich die Wissenschafterin über Untersuchungen zur Risikobereitschaft der Schimpansen. Die Tiere werden vor die Wahl gestellt: Lieber eine kleinere, aber sichere oder größere, aber unsichere Belohnung? Wählen die Tiere die sichere Option oder nehmen sie für die Möglichkeit einer höheren Entlohnung ein Risiko in Kauf? Ähnliches gilt, wenn der "Belohnungsaufschub" die Tiere zur Entscheidung zwischen einer kleineren - aber sofortigen - und einer späteren, größeren Belohnung zwingt. Parallel dazu wird sich die die Verhaltensbiologin mit der Änderung der Hormonlevels während des Menstruationszyklus und deren Einfluss auf die Entscheidungsfindung der Tiere auseinandersetzen. Dazu wird eine nicht-invasive Methodik entwickelt, die es ermöglicht, die jeweilige Konzentration von Östrogen und Progesteron anhand von Speichelproben zu messen. (dh)

<< zurück zur Übersicht
 
Impressum Druckversion
Universitat Wien | Dr.-Karl-Lueger-Ring 1 | 1010 Wien | T +43-1-4277-0